Zachor! Erinnere Dich! Die Ausstellung.

Zachor! Erinnere Dich! Die Ausstellung.

Zachor! Erinnere Dich! Die Ausstellung.

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Zachor! Erinnere Dich! Die Ausstellung.

92 Namen. Zwei Städte. Eine Erinnerung, die uns heute etwas angeht.

Es beginnt nicht mit Zahlen. Es beginnt mit einem Namen.

Ein Name auf einer Stele. Ein Alter. Vielleicht zehn Jahre. Vielleicht 43. Vielleicht 78. Mehr braucht es oft nicht, um zu begreifen: Hier stand einmal ein Mensch mitten im Leben. Er ging durch dieselben Straßen wie wir, kaufte ein, arbeitete, liebte, hatte Pläne. Bis ein Dezembertag 1941 alles beendete.

Am 6. Dezember 1941 wurden 92 jüdische Frauen, Männer und Kinder aus Lübeck über Hamburg nach Riga deportiert. Nur sechs von ihnen überlebten den Holocaust.

Diese Geschichte erzählt die Ausstellung der Künstlerin Dagmar Calais und des Kunsthistorikers Chris Steinbrecher – aber nicht hinter Glas und nicht auf Distanz. Sie macht Geschichte begehbar.

Wer die Ausstellung in St. Marien betritt, bewegt sich durch einen Raum, der Erinnerung nicht erklärt, sondern erfahrbar macht. Großformatige Gemälde, eine eindringliche Video-Installation und ein begehbares Bild schaffen eine Atmosphäre, die innehalten lässt. Im Mittelpunkt stehen jedoch die 92 Stelen. Auf jeder stehen ein Name und ein Alter. QR-Codes führen zu den Lebensgeschichten der Menschen, die einst Teil Lübecks waren – Nachbarinnen, Kollegen, Kinder, Eltern. Menschen, die aus unserer Stadt gerissen wurden.

Plötzlich wird Geschichte konkret.

Seit vielen Jahren entwickeln Dagmar Calais und Chris Steinbrecher ihre "begehbaren Bilder" an historischen Erinnerungsorten im In- und Ausland. In Lübeck verbinden sie die Erinnerung an den Massenmord von Rumbula mit den Schicksalen der aus unserer Stadt deportierten Menschen. So entsteht ein Ort, der Vergangenheit und Gegenwart miteinander ins Gespräch bringt.

Gerade heute, in einer Zeit, in der Antisemitismus wieder sichtbar wird und demokratische Werte unter Druck geraten, stellt die Ausstellung eine einfache, aber entscheidende Frage: Wie erinnern wir uns an Menschen – und was bedeutet dieses Erinnern für unser Zusammenleben heute?

Die Antwort findet sich nicht in einem Ausstellungstext. Sondern in der Begegnung mit 92 Namen.

Die Ausstellung ist vom 2. bis 31. August in St. Marien zu Lübeck zu sehen. Sie lädt alle ein, die Geschichte ihrer Stadt neu zu entdecken – nicht als fernes Kapitel der Vergangenheit, sondern als Teil unserer gemeinsamen Verantwortung für Gegenwart und Zukunft.

Eröffnung: Sonntag, 2. August 26, 16 Uhr. Sei dabei!

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