22/06/2026 0 Kommentare
St. Marien: Vier Stunden Dreh für vier Minuten Fernsehen
St. Marien: Vier Stunden Dreh für vier Minuten Fernsehen
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St. Marien: Vier Stunden Dreh für vier Minuten Fernsehen
Wenn der NDR anruft und über die Turm- und Gewölbeführungen in der Lübecker St.-Marien-Kirche berichten möchte, ist die Freude groß. Dass ein solcher Drehtag jedoch auch sehr zeitintensiv sein kann, das durften Steffi Niemann, Dennis Lorenzen und Pastor Robert Pfeifer am eigenen Leib erfahren. NDR-Reporter Andreas Beer begleitete die drei mit seinem Filmteam bei einem Aufstieg in die Türme von St. Marien.
„Wir sind von eineinhalb bis zwei Stunden Dreh ausgegangen", schmunzelt Pfeifer. „Im Turm waren wir dann ganze vier Stunden – für knappe vier Minuten Reportage." Diese wurde am 20. Juni ausgestrahlt und ist für zwei Jahre in der NDR-Mediathek abrufbar: Die mystische Welt der Marienkirche in Lübeck

Steffi Niemann, Dennis Lorenzen und Robert Pfeifer beim NDR-Dreh im Gewölbe von St. Marien
Verbundenheit von Stadt und Kirche
„Als Citykirche möchten wir Menschen nicht nur die Türen der Marienkirche öffnen, sondern auch den Blick für die Größe, Schönheit und Geschichte dieser einzigartigen Stadt weiten. Wer unsere Türme und Gewölbe erkundet und über die Dächer Lübecks schaut, kann spüren, wie eng Kultur, Glaube und die Verantwortung für dieses besondere Erbe miteinander verbunden sind“, erklärt Robert Pfeifer.

Pastor Robert Pfeifer steht auf dem Dachreiter mit Blick auf die Türme von St. Marien.
Geschichte, Höhe und Weitblick
Andreas Beer wollte von den Dreien alles wissen: wie man Turm- und Gewölbeführer wird, was in den Türmen zu sehen ist, ob es gefährlich sein kann, für wen die Führungen geeignet sind und warum Menschen dieses Ehrenamt übernehmen. Außerdem erfuhr er viele Details zu den geschichtlichen Hintergründen: die Erbauung der Kirche in mehreren Bauabschnitten und die Entstehung des höchsten Backsteingewölbes der Welt, die schreckliche Bombennacht von Palmarum 1942 und wie Eric Warburg einen weiteren Angriff verhinderte, den Wiederaufbau der Kirche sowie die Geschichte der Glocken. Den Höhepunkt bildete der Rundumblick vom Dachreiter über die Lübecker Altstadt und darüber hinaus – bei strahlendem Sonnenschein schlicht atemberaubend.

Ein Chor überraschte die Gruppe mit einem Ständchen.
Dennis Lorenzen erinnert sich gern an den Drehtag zurück: „Am Dreh für den NDR-Beitrag hat mich besonders die Spontaneität fasziniert. So konnten kleine Anekdoten von der Marienkirche, ihren Steinen und den Menschen erzählt und ihre Geschichte zum Leben erweckt werden. Das ist das Besondere, was die Turm- und Gewölbeführungen in der Marienkirche so einzigartig macht.“
Musikalische Überraschung
Für eine heitere Überraschung sorgte eine Reisegruppe aus Kanada, die parallel die Türme bestieg und spontan ein Ständchen für die Kamera gab. Sportlich war der Nachmittag allemal – denn es ging nicht einfach nur die vielen Stufen hinauf, sondern vor und zurück, wieder vor und wieder zurück. „So läuft ein Dreh eben: Wir brauchen für verschiedene Szenen unterschiedliche Einstellungen und Blickwinkel, manchmal auch eine andere Kamera", erklärt Andreas Beer. Ihm habe dieser Dreh ganz besonders viel Freude gemacht – denn auch er selbst habe dabei viel Neues über das Innere von St. Marien und ihre Türme erfahren.
Die Turm- und Gewölbeführungen finden übrigens immer mittwochs, freitags, sonnabends und sonntags statt. Mehr Infos gibt es unter www.st-marien-luebeck.de. Wer sich als ehrenamtliche Turm- und Gewölbeführerin oder ehrenamtlicher Turm- und Gewölbeführer ausbilden lassen möchte, schreibt gern eine E-Mail an Ehrenamtskoordinatorin wiese@st-marien-luebeck.de.
Text: Steffi Niemann
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