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Sensationsfund in St. Marien: Immer mehr Geschichte Lübecks kommt ans Licht

Sensationsfund in St. Marien: Immer mehr Geschichte Lübecks kommt ans Licht

Sensationsfund in St. Marien: Immer mehr Geschichte Lübecks kommt ans Licht

# M | St. Marien 2030

Sensationsfund in St. Marien: Immer mehr Geschichte Lübecks kommt ans Licht

Manchmal genügt ein Blick unter den Kirchenboden, um ein neues Kapitel Stadtgeschichte aufzuschlagen.

Bei den laufenden Sanierungsarbeiten in der Lübecker Marienkirche haben die Archäologen einen außergewöhnlichen Fund gemacht: die Grabplatte des Bürgermeisters Packebusch. Eine Persönlichkeit, die weit über die Grenzen der Hansestadt hinaus Bedeutung erlangte. Packebusch vertrat Lübeck im Jahr 1521 auf dem Reichstag zu Worms – jenem weltgeschichtlichen Ereignis, bei dem Martin Luther mit seinem berühmten Bekenntnis „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“ in die Geschichte einging.

Dieser Fund macht einmal mehr deutlich, welch herausragende Rolle die Marienkirche für Lübeck seit Jahrhunderten spielt. Sie war nie nur ein Gotteshaus. Als Kirche der Kaufleute, Bürger und Ratsherren spiegelte sie stets das Herz der Stadt wider. Hier begegneten sich Glaube, Politik, Handel und gesellschaftliches Leben. Die Geschichte der Marienkirche ist deshalb immer auch die Geschichte Lübecks selbst.

Mit der nun freigelegten Grabplatte tritt eine Persönlichkeit aus der Vergangenheit wieder sichtbar hervor und erinnert daran, wie eng die Geschicke der Hansestadt mit den großen Ereignissen Europas verbunden waren.

Die archäologischen Untersuchungen im Kircheninneren sind für den Moment abgeschlossen. Doch dies ist keineswegs das Ende der spannenden Entdeckungen. Im Oktober werden die Arbeiten fortgesetzt. Dann richten sich die Erwartungen auf den Bereich unter dem Hochchor, wo die Fachleute weitere bedeutende historische Zeugnisse vermuten. Die kommenden Monate versprechen daher neue Einblicke in die jahrhundertealte Geschichte dieses einzigartigen Bauwerks. Informiere dich gern in der Kirche durch die zahlreichen Infotafeln.

Die Kirchengemeinde und alle an der Sanierung beteiligten Baufachleute danken den Archäologinnen und Archäologen der Hansestadt Lübeck herzlich für die fachkundige, engagierte und ausgesprochen angenehme Zusammenarbeit. Ihr Wissen, ihre Sorgfalt und ihre Begeisterung haben wesentlich dazu beigetragen, die Geschichte unserer Stadt sichtbar zu machen und für kommende Generationen zu bewahren.

Die Sanierung der Marienkirche ist damit weit mehr als ein Bauprojekt. Sie ist eine Reise in die Vergangenheit Lübecks – und jede neue Entdeckung zeigt, wie lebendig diese Geschichte bis heute ist.


Robert Pfeifer

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