25/05/2026 0 Kommentare
Pfingstmontag ökumenisch - das wurde in Herz Jesu gepredigt
Pfingstmontag ökumenisch - das wurde in Herz Jesu gepredigt
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Pfingstmontag ökumenisch - das wurde in Herz Jesu gepredigt
Es hat eine gewisse Schönheit, dass an Pfingsten ein evangelischer Pastor in der katholischen Hauptkirche predigt. Denn Pfingsten ist das Fest der Verständigung.
Pastor Robert Pfeifer, ev.-luth. St. Marienkirche, wurde von Propst Christoph Giering warmherzig empfangen und erinnerte in seiner Predigt daran, dass Menschen, die verschieden sind, einander plötzlich verstehen - so erzählt das Pfingstgeschehen. Das ist das Wunder des Heiligen Geistes: nicht Gleichheit, sondern dass Menschen einander trotz ihrer Unterschiede nicht aufgeben.
Schon Babel erzählt davon. Die Menschen wollen nur noch eine Sprache, eine Sicht, eine Ordnung. Klingt gut, aber wo alle gleich denken, widerspricht irgendwann niemand mehr. Deshalb zerstört Gott in Babel nicht die Menschheit — er rettet ihre Vielfalt.
Pfingsten greift das wieder auf. Gott macht nicht alle gleich. Die Menschen hören Gottes Botschaft in ihrer eigenen Sprache. Der Geist Gottes übersetzt. Er schafft Verständigung, ohne Unterschiede auszulöschen.
Und genau das braucht unsere Gesellschaft gerade dringend. Menschen werden immer schneller sortiert: links oder rechts, für oder gegen uns. Die Sprache wird härter, die Empörung lauter. Digitale Babel-Türme überall.
Mitten hinein könnten Kirchen etwas Kostbares einbringen: die Fähigkeit, Unterschiede auszuhalten, ohne einander zu entmenschlichen.
Natürlich ist nicht jede Meinung gleich gut. Manchmal denke ich: ganz schön viel Meinung für so wenig Ahnung. Aber der andere Mensch bleibt trotzdem ein Ebenbild Gottes.
Vielleicht ist das die ökumenische Aufgabe unserer Zeit: zu zeigen, dass man sich unterscheiden kann, ohne sich zu verachten. Streiten, ohne zu vernichten. Haltung haben, ohne herzlos zu werden.
Denn der Heilige Geist ist größer als unsere Konfessionen. Er weht durch katholische Kathedralen und evangelische Backsteinkirchen. Er liebt offenbar das Leben mehr als die perfekte Ordnung.
Pfingsten beginnt dort, wo Menschen entdecken: Der andere Christ gehört nicht zuerst zu einer Konfession — sondern zuerst zu Christus.
Es war ein schöner Gottesdienst und ist eine schöne und wichtige Tradition, dass Christenmenschen zum Pfingstfest miteinander ihre Gemeinschaft feiern, zusammen singen und beten.
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