10/07/2026 0 Kommentare
Kühle Innenstadtkirchen laden zum Verweilen ein
Kühle Innenstadtkirchen laden zum Verweilen ein
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Kühle Innenstadtkirchen laden zum Verweilen ein
Es ist Sommer mit teils 30 Grad Celsius – da wirken die rund 20 Grad Celsius in den Lübecker Innenstadtkirchen fast wie das Innere eines Kühlschranks. Das findet jedenfalls Robert Pfeifer, Pastor an St. Marien: „Wer bei uns Abkühlung sucht, hat einen der schönsten Kühlschränke Lübecks zur Verfügung!“ Und: „Wer sich einfach nur einmal abkühlen möchte, bezahlt keinen Eintritt.“ Als Geheimtipp empfiehlt der Pastor die Treppe an der Westseite der Kirche: „Hier weht immer ein frischer Wind.“

Pastor Robert Pfeifer steht an der erfrischendsten Stelle rund um St. Marien – an der Westseite, wo es immer windig ist.
Klimatisch günstige Brauerkapelle
Ein paar Schritte weiter schenkt Susanne Reich frisches Wasser in ein Glas ein. Sie befindet sich in der Brauerkapelle direkt unter dem Turm von St. Jakobi. „Hier ist es gefühlt noch einmal ein paar Grad kühler“, sagt die Pastorin. „Die Kapelle ist klimatisch begünstigt für heiße Sommertage – sie bleibt einfach angenehm kühl.“ Wer die Kapelle besuchen möchte, kann sich am Eingang melden und sich dort auch ein Glas Wasser nehmen.

In der immer kühlen Brauerkapelle in St. Jakobi lädt Pastorin Susanne Reich Menschen ein, sich bei einem Glas Wasser zu erfrischen.
Sommerfest an St. Aegidien im Schatten
„Kirche ist ein Ort zum Auftanken – auch jetzt im Sommer, weil sie schön kühl ist“, lädt Pastorin Nicola Nehmzow in die St.-Aegidien-Kirche ein. „Auch rund um die Kirche finden sich viele schattige Plätze unter den vielen, alten Bäumen. Und natürlich in der Kirche bei angenehmen 20 Grad.“

„Komm rein & kühl ab“: Pastorin Nicola Nehmzow zeigt das Plakat der Aktion des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg, das für kühle Kirchen in den heißen Tagen wirbt.
Abkühlung, Spielspaß und Raum zum Durchatmen
Familien mit Kindern finden auch im Dom zu Lübeck einen Ort der Abkühlung, zum Spielen und für eine kleine Erfrischung. „Es gibt nur wenige Orte, die kühl sind und keinen Verzehr- oder Kaufzwang haben“, sagt Pastorin Margrit Wegner. Eine Spielecke ist bereits vorhanden. „Die Kinder können aber auch einfach einmal durch den großen Raum laufen und ihn auf sich wirken lassen.“
An dem bisher heißesten Wochenende im Juni wurde im Dom vor allem das Wasser sehr gut angenommen, berichtet die Pastorin: "Die Küster hatten einen großen Tisch gleich im Eingangsbereich vorbereitet mit vielen Bechern und großen Kannen. Da haben sich so gut wie alle Menschen gleich erfrischt, viele waren sehr beeindruckt und haben sich bedankt. Mich hat berührt, dass der Tisch oft unbeaufsichtigt war - schließlich mussten die Küster ja normal arbeiten-, aber nie unordentlich war. Die Menschen gingen sehr sorgsam mit den Ressourcen um, es wurde nichts verschüttet". Auch gab es Anfragen, ob Menschen den kühlen Kirchenraum nutzen dürften, wenn es in ihren Dachwohnungen noch einmal so heiß und stickig werde: "Warum denn nicht? Da haben wir gerne zugesagt, sich zum Beispiel im Ostchor eine ruhige Ecke zu suchen zum Lesen oder zum Arbeiten am Laptop", so Margrit Wegner.

Die Dompastoren Margrit Wegner und Martin Klatt laden in den kühlen Dom ein – um den Körper etwas herunterzufahren und auch um Kinder eine kleine Pause zu schenken.
Wenn Körper und Seele zur Ruhe kommen
Für Dompastor Martin Klatt sind Kirchen seit jeher Orte, an denen die Seele aufatmen kann. „Bei der Hitze spüren wir besonders, dass wir ganze Menschen sind und auch der Leib an diesem Ort aufatmen kann. Dass er ein wenig zur Ruhe kommt und Anstrengung loslassen kann.“ Auch im Dom wird am Wochenende Wasser für alle bereitstehen, die eine kleine Erfrischung suchen.
Foto oben: Rund um die St.-Aegidien-Kirche findet sich im Sommer viel Schatten zur Abkühlung. Aber auch in der Kirche sind es zurzeit 20 Grad Celsius.
Text und Fotos: Steffi Niemann
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