04/07/2026 0 Kommentare
Gedanken zum Sommer und dem Lächeln der Sonnenblumen
Gedanken zum Sommer und dem Lächeln der Sonnenblumen
# D | Predigten

Gedanken zum Sommer und dem Lächeln der Sonnenblumen
Andacht zur Kirchengemeinderatssitzung von Silke Luhmann:
Wenn wir auf den Lauf eines Jahres schauen, dann hat jede Jahreszeit so ihre Eigenart, ihre Kennung. Da gibt es den Geruch, die Stimmung, Farben, Früchte und Pflanzen – jede Jahreszeit hat etwas für sie Typisches. Im Frühjahr sind es die Tulpen, der Löwenzahn, die Maiglöckchen, die Rosen ...; im Sommer die Margeriten, die Lilien, die Sonnenblumen ...; im Herbst sind es dann die Anemonen, die Astern ...; und im Winter die Christrosen und – wenn auch nur im Blumentopf – der Weihnachtsstern. Sie sind vielfältigen Zeichen, die mir den Beginn oder das nahen de Ende einer jeweiligen Jahreszeit ankündigen. So kann es sein, dass ich das Erscheinen einer bestimmten Blume erwarte, zum Beispiel den Löwenzahn, und der Löwenzahn wird zu einem Signal für das Leben. Ich spüre, dass diese sich wiederholenden Vorgänge in der Schöpfung das Vertrauen in mir stärken: Das Leben geht weiter, das Leben setzt sich immer wieder durch und ist stärker als die Macht der Zerstörung. Die Natur ist voll unbändiger Energie, die dem Leben immer wieder neu zum Durchbruch verhilft. Die Natur ist ein Garant dafür, dass Gott seine Treue hält. Im ersten Buch der Bibel, dem Buch Genesis, lesen wir den Satz: „Niemals, solange die Erde besteht, werden Aussaat und Ernte, Kälte und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht aufhören.“ (Gen 8,22) Mit diesem Versprechen und mit dem Zeichen des Regenbogens endet die Geschichte von der Sintflut. In dieser Erzählung wird vermittelt, dass Gott letztlich für seine Schöpfung und für lebensförderliche Bedingungen sorgen will. So kann jede einzelne Blume zu gegebener Zeit zu einer Botschafterin dieser Zusage werden und in uns Freude, Glück und Zuversicht mehren – ganz umsonst
Ich habe euch eine Sonnenblume mitgebracht, um daran zu verdeutlichen, was ich meine. Wenn wir die Sonnenblume betrachten, fällt gegenüber den meisten Blumen zuerst die Größe ihrer Blüte auf, rund einen viertel Meter im Durchmesser! Auch ihre Höhe ist erhaben: Sie überragt uns oft um Haupteslänge oder mehr, denn auf dem Acker können Sonnenblumen bis zu 3 Meter groß werden, besondere Züchtungen gar bis über 4 Meter. In ihrer Blüte präsentiert sie sich zugleich fruchtbar mit der üppig großen Zahl ihrer Körner und prächtig mit dem sattgelben Kranz der Blütenblätter. Sie ist halt eine Blume voller Schönheit und Perfektion, voller Maß, Vollkommenheit und Stil. Sie wird geradezu zum Sinnbild für Fruchtbarkeit, Leuchtkraft und Wärme und natürlich besonders – ihr Name sagt es ja – für die Sonne! Die Sonnenblume ist für mich ein Sinnbild für das Elementarste, was wir Menschen brauchen. Warum? Weil immer, wenn ich eine Sonnenblume betrachte, ich den Eindruck habe, in ein lächelndes Gesicht zu sehen. Das Gesicht schaut mich an und schickt mir den Gruß in mein Leben: „Ich mag dich!“ Die Sonnenblume ist für mich wie eine kleine Liebeserklärung; eine Liebeserklärung Gottes an uns Menschen, der uns im wahrsten Sinne des Wortes durch die Blume sagen will: „Ich mag dich!“
Nach einer Idee von Dorothea Polaczek, Erzbistum Köln
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