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Ausstellung: Zachor - Erinnere dich! Dagmar Calais und Chris Steinbrecher

Ausstellung: Zachor - Erinnere dich! Dagmar Calais und Chris Steinbrecher

Ausstellung: Zachor - Erinnere dich! Dagmar Calais und Chris Steinbrecher

Samstag, 1. August 2026
St. Marien, Marienkirchhof 1, 23552 Lübeck

Endstation Riga

am 06. Dezember 1941 wurde ein Transport mit 92 jüdischen Männern, Frauen und Kindern aus Lübeck über Hamburg in Richtung Riga auf den Weg gebracht. Das Rigaer Ghetto war zuvor zum sogenannten „Reichsjudengetto“ ernannt worden.  Um Platz für die Juden aus dem „Reich“ zu schaffen, wurden am 30. November und 8. Dezember 1941 mehr als 25.000 lettische Juden aus dem Rigaer Ghetto im Wald von Rumbula ermordet.  

Der „Hamburger Transport“ erreichte am 9. Dezember 1941 den Verschiebebahnhof Riga Šķirotava. Von dort wurden die Ankommenden vorerst zum heruntergekommenen Jungfernhof, einer Außenstelle des Rigaer Ghettos geschafft. Im März 1942 wurden etwa 1.800 Gefangene vom Jungfernhof zum Wald von Bikernieki transportiert und dort erschossen. Nur sechs von den nach Riga deportierten Lübecker Juden überlebten das Grauen.
 Seit Jahren setzen sich die Künstlerin Dagmar Calais und der Kunsthistoriker Chris Steinbrecher mit der jüngeren deutschen Geschichte auseinander und entwickeln daraus sogenannte „begehbare Bilder“. Diese Rauminstallationen beinhalten Malerei und Objekte, die der jeweiligen Thematik zugeordnet werden. Sie wurden u.a. konzipiert für die Gedenkstätte Marienborn, das Bremer Rathaus, die Gedenkstätte Theresienstadt (Terezin), für das Riga Ghetto und lettische Holocaustmuseum sowie das Lernwerk Bocholt.

Für die Marienkirche in Lübeck ist ein Projekt geplant, das sowohl den Mord an den 25.000 Ghettoinsassen in Wald von Rumbula, als auch die Deportation und Ermordung von jüdischen Männern, Frauen und Kindern aus Lübeck thematisiert. Da es sich bei den Opfern um Menschen ohne Grabstein handelt, soll von jedem von ihnen eine Stele mit Namen und Alter aufgestellt werden, um ihnen eine gedenkende Präsenz zu geben. Ein QR-Code verweist auf die Biografien der Deportierten. Bilder von Dagmar Calais, eine Video-Installation und Dokumente ergänzen das Szenario. Bereitgestellt werden ein etwa 100seitiges Begleitbuch und eine Broschüre zur Ausstellung. Angedacht sind auch Workshops für Lübecker Schüler während der Dauer der Ausstellung.

Nähere Informationen auf den Homepages von Dagmar Calais und Chris Steinbrecher


www.dagmar-calais.de

www.chris-steinbrecher.de

www.ogohaus.de

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