12/04/2026 0 Kommentare
Ostern und du
Ostern und du
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Ostern und du
Im Licht eines zögerlichen Frühlings liegt Ostern wie ein leiser Gedanke über der Welt, halb Erinnerung, halb Verheißung. Es ist kein lärmendes Fest, sondern eines der inneren Bewegung, der stillen Umkehr. Der kritische, konstruktiv denkende Mensch unserer Zeit, geschult im Zweifel und geübt im Analysieren, begegnet ihm nicht mehr mit kindlicher Gewissheit. Und doch – vielleicht gerade deshalb – mit einer eigentümlichen Offenheit.
Denn Ostern spricht nicht zuerst von Wundern im äußerlichen Sinne, sondern von Wandlung. Vom Durchgang durch das Dunkel hin zu einer neuen Möglichkeit des Seins. Wer die Welt nüchtern betrachtet, erkennt genug Gründe zur Resignation; doch die österliche Botschaft setzt dem ein trotziges „Dennoch“ entgegen. Sie behauptet nicht naiv, dass Leid verschwindet, sondern dass es nicht das Letzte bleibt.
So wird Ostern für den modernen Geist zu einer Einladung: die eigene Skepsis nicht als Endpunkt, sondern als Ausgang zu begreifen. Auferstehung mag man deuten, wie man will – als Bild, als Hoffnung, als Glaubenssatz. In jedem Fall bleibt sie ein Aufruf zur inneren Erneuerung, zur Verantwortung für das eigene Leben und, vielleicht, zu einem vorsichtigen Vertrauen darauf, dass Sinn möglich ist.
Pastor Robert Pfeifer
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