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Miniatur: Johann Sebastian Bach über die menschliche Vergänglichkeit

Miniatur: Johann Sebastian Bach über die menschliche Vergänglichkeit

Miniatur: Johann Sebastian Bach über die menschliche Vergänglichkeit

# M | Aktuelles

Miniatur: Johann Sebastian Bach über die menschliche Vergänglichkeit

Johann Sebastian Bach, dieser unermüdliche Meister der musikalischen Metaphysik, wählte für sein Choralpräludium BWV 721 den Choral „Ach wie flüchtig, ach wie nichtig“, der, wie kaum ein anderer, die menschliche Vergänglichkeit in einen Ton übersetzt. Man könnte sagen, dass Bachs Werk eine Art geistige Reflexion über die ephemere Natur des Lebens ist – eine meditative Betrachtung des kurzen und vergänglichen Moments, der doch, in seiner Musikalität, eine seltsame Ewigkeit enthält.

Entstanden wohl in den Jahren seiner Tätigkeit als Hoforganist in Weimar, wo er als unermüdlicher Schöpfer und Vermittler sakraler Kunst wirkte, erweist sich das Stück als ein Gedankengang, der sich in den zarten, fast unmerklichen Wendungen der Musik verliert. Die präzise Ausführung, das kunstvolle Ineinandergreifen von Melodie und Harmonie, ist nicht nur eine Beschäftigung mit dem Jenseits, sondern auch eine Einladung, das flüchtige Leben hier und jetzt in seiner Schönheit zu erfassen – in einer Form, die über den Wortlaut hinausweist. 

Pastor Robert Pfeifer

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