25/02/2026 0 Kommentare
Ausstellung "Geknebelter Geist" Uni Rostock
Ausstellung "Geknebelter Geist" Uni Rostock

Ausstellung "Geknebelter Geist“ Uni Rostock.
Die Ausstellung thematisiert nicht nur historische und gesellschaftspolitische Aspekte, sondern nimmt auch ausdrücklich Bezug auf den kirchlichen Kontext.
Ein zentrales Thema ist die Einflussnahme des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) auf die Theologische Fakultät in der DDR. Eine der Tafeln widmet sich explizit der Überwachung und Zersetzung der Evangelischen sowie der Katholischen Studierendengemeinde an der Universität Rostock.
Ein weiterer Schwerpunkt (über einen Scan) liegt auf dem Leben und Wirken von Peter Heidrich – Hochschullehrer, Theologe, Religions- und Sprachwissenschaftler an den Universitäten Rostock und Greifswald. Viele Jahre war er auch an der Hochschule für Musik und Theater Rostock als Philosoph, Dramaturg und Seelsorger tätig. Heidrich, ein überregional bekannter, systemkritischer Theologe der DDR, wurde erst nach der Wende 1990 zum Professor berufen. 1993 erhielt er das Bundesverdienstkreuz, 1996 wurde er emeritiert.
Trotz der Existenz einer Universitätskirche in Rostock finden die Immatrikulationsfeiern traditionell – und auch nach der Wende wieder – in der Kirche St. Marien statt. Diese Wahl unterstreicht die historische und kulturelle Bedeutung der St.-Marien-Kirchen. Die enge Verbindung zwischen St. Marien in Rostock und St. Marien in Lübeck zeigt sich auf vielfältige Weise – beide Kirchen sind religiöse wie kulturelle Zentren mit großer gesellschaftlicher Relevanz.
Gerade deshalb ist St. Marien zu Lübeck ein besonders geeigneter Ort für diese Ausstellung: Sie bietet nicht nur ausreichend Raum für die großformatigen Tafeln, sondern auch einen würdigen Rahmen für die Auseinandersetzung mit kirchlicher Zeitgeschichte, wissenschaftlicher Integrität und geistiger Zivilcourage in der DDR.
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